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Die Geschichte der Auswanderung beginnt nicht mit den Neuamerikanern. Vorher war das Ziel oft die Gebiete im Osten und Südosten. - In Ungarn tauchen Familien auf, die aus unseren Raum kommen, evtl aus Dörpen oder Börger, denn der Name ist sonst nirgends verbreitet gewesen. Sie werden dort heimisch, kommen aber in Rahmen von Säuberungsmaßnahmen bei den Weltkriegen in Bedrängnis und werden teilweise aus Ungarn vertrieben. Einen Teil der Pehm Nachkommen von Karl Pehm und Rosa Nemeth gehen nach Australien, andere ändern den Namen bei den Unruhen der Kriege. Ein Josef Pehm nennt sich später Josef Mindzenty. Er ist Priester, wird dann aber vom deutschen NS-Staat verfolgt und interniert. 1944 ist er Bischof, 1945 Erzbischof und ab 1948 Kardinal in Ungarn. Ob er zu den Börger Pehm gehört ist bislang nicht heraus. Die Forschungen laufen aber.

Bernhard Pehm Jg 1807 ist in Börger geboren und man nimmt an, das er in die USA ausgewandert ist. Im Raum Calhoun sind 1858 mehrere Personen mit den Namen Pehm heimisch, die nicht zur Familie Wilhelm und Christine Pehm gehören. Wilhelm und Christine Pehm geb. Behrens wandern mit drei Söhnen und einer Tochter in die USA aus. Sie reisen mit Lukas Klaas. Man wohnt zunächst in einem Haus an der Zufahrt nach Meppen. Später siedelt die Familie im Hinterland in Richwood. Hier baut man sich eine Farm, einen Bauernhof auf. Hermann Pehm, der zweitälteste Sohn bleibt auf dem Hof. Nachkommen leben noch heute auf dem Hof. Die anderen Söhne verlassen die Hofstelle und siedeln in der Umgebung. In der Zeit um 1850 gaben Vereinigten Staaten von Nordamerika das Gebiet westlich des Mississipi für die Besiedlung frei und viele Bewohner der Region Calhoun suchten ihr Glück in den neuen Gebieten. Deshalb waren die Höfe hier verwaist. Sie wurden neu mit Einwanderern besetzt. Viele Hümmlinger kamen nach 1855 in diese Region.

Die ersten beiden Auswanderer aus der Familie Klaas / Emder waren Lukas und Johann. Lukas reist mit Antrag Nr. 8478 vom 22. August 1856 20jährig mit dem Schiff "Ocean" am 16.11.1857 von Bremen aus. Er reist nach New Orleans, von dort dann mit einem Schaufelraddampfer 1000 Kilometer über den Mississipi nach Calhoun, nördlich von St. Louis zu seinem Großonkel. Er reist zusammen mit der Familie Wilhelm Pehm. Neun Jahre später mit Antrag 8475 des Jahres reist Johann Klaas, 18jährig am 08. Mai 1865 mit dem Schiff "America" ebenfalls über New Orleans nach Calhoun. Lukas und Johann siedelten im neu entstandenen Ort "Meppen", welches in einem kleinen Tal, idylisch gelegen zwischen den mächtigen Strömen Mississipi und Illinois-River liegt. Hier siedelten viele Emsländer (siehe auch www.emslanders.com). Wir, Wilhelm Kossenjans, aus Cincinnati USA und ich haben uns anläßlich einer Reise im Jahre 2002 dort umsehen können.

Lukas und Johann sowie Pehm sind Händler und Anbauer so wird berichtet. Sie handeln im Ort Meppen mit Waren des täglichen Gebrauchs und rüstet hier am Mississipi die eintreffenden deutschen Auswanderer aus, die sich als Neusiedler der USA in den Gebieten westlich des Mississipi in Missouri, Ihowa, und Kansas ansiedeln wollen. Man stellt Tracks zusammen und rüstet sie aus. Dabei muss es den Klaas gut gegangen sein. Sie holten ihren Vater und ihre sechs Halbgeschwister in die USA nach, nur einer blieb in Deutschland, und zwar bei der Familie Ubbenjans Dosfeld zurück. Man fing Fische in den großen Flüßen, hier besonders "Catfisk", den Lachs und legte ihn in Fässern ein. "Appelbotter" war eine Delikatesse, (Apfelmus) die hier hergestellt wurde. Eine Delikatesse, die dort in ganz Calhoun am Mississipi zur Berühmtheit wurde, soll an der Zufahrtstraße nach Meppen bei der Familie Pehm und Klaas entstanden sein. Es gab dort immer eine herzhafte "Turtle Soup" (Schildkrötensuppe). Und das Zusammenstellen eine kleinen Herde (Schafe, Kühe, Schweine) war für die weiterziehenden Familien wichtig. Sie verbrachten meistens ein paar Monate oder ein Jahr am Mississipi, bis sie wieder Kraft getankt hatten und die Formalitäten mit der Landzuteilung in den Farmbüros erledigt waren. Klaas erwarben in der Gegend hinter Batchtown Ländereien und gründeten dort Familien, sind nicht weitergezogen. Befreundete Familien wie die Familie Benedikt Müller (Melchers) und Meyer/Hanneken Spahn, Kerßens / Schmidtharms sind nach einiger Zeit aufgebrochen um den Westen der USA zu besiedeln. Im Heimatmuseum Calhoun in Hardin sind viele Stammbäume der Familien die in den Westen zogen vorhanden. Interessant, wie sie sich ausgerüstet haben und wie die Geschichte der Besiedlung des Westens der USA wirklich war. Ein paar Dosfelder sind dabei gewesen.

Nachkommen der Familie Klaas leben in Calhoun verstreut, zwei von Ihnen betätigen sich in den Hügeln von Calhoun auf weit ausgedehnten Flächen von Wald, Weiden, Tümpeln, und Seeen als Rinderfarmer. Heute sind es Landwirte mt großen Milschviehbeständen im hügeligen Örtchen "Brussels". Auf einen der Höfe lebte Johann Bernhard Klaas als Senior der Familie. Er war in der Region angesehen und wurde in verschiedene Ämter der Gemeinde berufen. Im Jahre 1895 war er ein Jahr lang Friedensrichter seiner Gemeinde.

Meppen liegt etwas erhöht am abfallenden fruchtbaren Schlämgebiet des Illinois River. Dieses Gebiet am Fluß ist sehr fruchtbar und kann zwei Ernte im Jahr bringen. An der Zufahrt zum Ort Meppen liegt der kleine Handelsposten Klaas.( Bild rechts). Das Haus rechts auf dem Bild ist das Haus von Lukas Klaas, dem ersten Auswanderer. Es steht heute noch im Jahre 2007 und ist ein Treff für Jugendliche. Im Bild gegenüber liegt das Haus von Wilhelm und Christina Pehm. Der Familie Pehm siedelte nach einem kurzen Aufenthalt an der Zufahrtstraße nach Meppen später in Richwood. Bei Streitigkeiten kam Rudolf Pehm, der älteste Sohn der Familie mit dem Gesetz in Konflikt, es waren rauhe Zeiten bei dem Völkergemisch am Mississipi. Die Familie Pehm lebt heute noch in Richwood, aber auch verstreut in verschiedenen Staaten der USA. Zu Zeiten der emländischen Einwanderer hatte Meppen IL noch keine Kirche. Diese wurde später von den Emsländern (viele Hümmlinger) gebaut und auch der Friedhof angelegt.

Die Ortschaften Batchtown und Brussels liegen im Hügelland westlich von Meppen zwischen diesen Orten liegen die Höfe Klaas. Brussels hat heute ca 125 Einwohner. von 150 Jahren war es ein vielfaches an Einwohner. In Richwood, unweit der Bauernhöfe Klaas liegt ein großer Staudamm, der zu Stromerzeugung gebaut ist und den Fluß, der an dieser Stelle über 1 Km breit ist, zu bändigen. Eine Brücke gibt es hier nicht weil sie hier in dem ländlichen Raum zu kostspielig ist. Es gibt aber Fähre. wie diese hier "Calhoun - County - Ferrie". (auf der Karte nordwestlich der Klaas - Höfe in der Nähe des Staudammes. Sie verbindet die Halbinsel mit den westlich gelegenen Staat Missouri. Die Katholiken von Brussels und Batchtown gehört heute zur katholischen Kirchengemeinde Meppen in Illinois. Hier ist auch der Friedhof auf den die Dosfelder Auswanderer beerdigt liegen, die Grabsteine sind noch vorhanden. Johann Bernhard Klaas kaufte nach seiner Auswanderung vom Dosfeld, ein Stück Siedlerland, wohl von einem weiter in den Westen reisenden Siedler. Die Nachkommen wohnen immer noch hier auf dem Grund und Boden. Auf einer Kathasterkarte kann man die Hofstellen der Nachkommen sehen.

Neuere Grabstellen des Friedhofes (im Hintergrund die Kirche St. Josef Meppen und der Sportplatz) mit vielen Hümmlinger Namen (Sievers, Siemer, Pohlmann, Geers Baalmann, Westermann, Pehm, Brinkmann, Hanneken, Dröge, Müller, Klaas, Plüster u.a)   Auf dem Friedhof der Kath. Kirchengemeinde Meppen in USA sind viel in Börger geborene Landleute beerdigt (Klaas, Plüster, Müller, Vollmer, Vogel, Geers u. a.) Die Gräber der Auswanderer sind alle noch vorhanden.  Solche Flußschiffe fuhren von New Orleans am Golf von Mexiko den Mississipi hinauf weit bis hinter St. Louis. Sie landeten auch in Hardin / Calhoun. 
Der Handel lief vielfach über das Wasser des Illinois River und über den Mississipi hier eine Handelsstation um 1900 in Calhoun  Barney Klaas, Sohn von Wilhelm Klaas vom Dosfeld beim Trocknen von Catfisk am Mississipi.  Grundbuchkarte des Ortes Batchtown / Brussels - Angemarkert sind die Höfe der Familien Klaas. Nordöstlich davon die Fähre und westlich Meppen. 

Von der Familie Schmitz sind zwei Mädchen zusammen mit der Familie Püngeloldiges (mit ihrer Tante) in die USA ausgewandert. Zu dieser Zeit ist der Vater der Mädchen. Jakob Schmitz verstorben und die Mutter in II. Ehe mit Johann Hermann Sandker verheiratet. Die Familie siedelt im Örtchen "Stallotown", im Miamigebiet in Ohio. Dieser Ort wird später nach einem Kirchenbau "Minster" genannt. Die Familie Oldiges oder in Börger Püngel hat in den USA viele Nachkommen. Die beiden Schmitz Mädchen heiraten in den USA. Eine bekommt einen deutschstämmigen Jungen zum Mann. Die Andere heiratet einen Engländer der in den Staaten geboren ist; so ist es auf dem Dosfeld überliefert. Beide haben Nachkommen. Es gab noch bis zum I. Weltkrieg Schriftverkehr mit den Beiden, durch den I. Weltkrieg brach der Kontakt ein und im II. Weltkrieg komplett ab. wir wissen nicht mehr, wo die Familien geblieben sind. Bei zwei Reisen nach Minster in Ohio wurde geforscht, auch in Minster Ohio ansässige Forscher waren tätig, bislang kein Ergebnis. Wir denken aber, das sie in einem Nachbarort geheiratet haben und die Nachkommen noch im Miamigebiet in Ohio wohnen.

Ollig Schmees, der älteste Sohn der Familie Smärs, Dosfeld ist mit seiner Ehefrau und einem Kind in die USA gegangen, so berichtet es die Familiechronik. Er habe seiner jüngeren Schwester, die Albert Korten heiratete den Hof überlassen. Er sei darüber, das er den Hof verlassen muss nicht glücklich gewesen. Er ging nach Covington, in die überwiegend von deutschen Einwanderern gegründete Kirchengemeinde St. John in Covington in der Nähe von Cincinnati Ohio. Hier starb die Tochter Maria Katharina 6 Wochen nach dem Eintreffen aus Deutschland am 02.12.1885. Dem Ehepaar Ulrich Schmees und Ehefrau Maria Gesina geb. Ubben haben in den USA noch weitere zwei Mädchen geboren. Elisabeth wird am 05. Juli 1885 geboren. Ein weiteres Mädchen kurz danach, das aber um 1910 schon verstorben ist. Elisabethheiratet einen Amerikanter mit deutschen Wurzeln namens William J. Harmann. Aus dieer Ehe stammen zwei Söhne. William Harmann wird 1907 geboren und Vincent Harmann ein paar Jahre später. Beide haben Kinder.

Hermann Ubbenjans
13.11.2007